Schädlinge

Hier finden Sie einzelne Portraits der Schädlinge, die uns bei unserer Arbeit häufig begegnen.

Tribolium confusum

Aussehen

Der Käfer wird etwa 3 – 6 mm lang. Er ist dunkelbraun, von länglicher Form. Die langen Flügeldecken sind längs gerillt.

Vorkommen, Lebensweise

Der Amerikanische Reismehlkäfer ist einer der gefährlichsten Schädlinge überhaupt. Seine Verbreitung hat in den letzten Jahrzehnten sehr stark zugenommen. Er stammt aus Afrika, wo er in den Gräbern der Pharaonen bekannt geworden ist; heutzutage ist er in der ganzen Welt durch Einschleppung verbreitet.

Die Weibchen, die mehrere Jahre leben, sind recht wanderlustig. Sie legen ihre etwa 20-40 Eier pro Legeperiode auf Getreideprodukten ab. Die Entwicklung einer Generation dauert in der Regel nur etwa drei bis vier Monate. Aus den Eiern schlüpfen gelbbraune Larven, die bis zu 9 mm lang werden. Diese Larven nehmen die gleiche Nahrung auf wie die Imago, verpuppen sich an der Oberfläche des Nahrungssubstrats oder zieht sich in irgendwelche Ritzen zurück. Im befallenen Produkt entsteht nach Befall meist ein unangenehmer Geruch, da die Larven leere Hüllen an die Oberfläche befördern.

Der Reismehlkäfer ist einer der häufigsten Mehlschädlinge überhaupt. Er frißt auch Korn, Buchweizen, Hülsenfrüchte, Teigwaren, Backwaren, Schokolade, Dörrgemüse, Heilkräuter, Gewürze, Dörrobst, Nüsse, Eicheln, Futtermittel sowie Naturkundesammlungen. Außerdem findet man ihn in Bienenstöcken.

Der Verderb der befallenen Lebens- bzw. Futtermittel wird durch übelriechende Ausscheidungen besonderer Abwehrdrüsen noch vervielfacht. Diese Drüsen sitzen sowohl in der Brust als auch im Hinterleib der Imago. Diese Ausscheidungen enthalten chemische Stoffe, sogenannte Chinone, die neben der Abwehrfunktion wahrscheinlich noch einen anderen Zweck erfüllen – sie hemmen das Wachstum der Mikroflora in der Nahrung der Reismehlkäfer. Es besteht ein Verdacht, daß diese Sekrete die menschliche Gesundheit gefährden können.

Schaden

Der Reismehlkäfer wird häufig durch Warenimporte nach Europa eingeschleppt, ist aber hier schon heimisch geworden und gehört zu den sehr häufigen Schädlingen, vor allem in Mühlen.

Die dort gelagerten Vorrate werden klumpig; Mehl verliert seine Backfähigkeit. Im Gefolge können sich Pilze und Bakterien festsetzen

Periplaneta Americana

Allgemein

Diese Schabenart ist mit 26-40 mm Körperlänge die größte der in Mitteleuropa “eingemeindeten” Schabenarten. Sie ist rotbraun gefärbt und besitzt einen Halsschild mit rostgelben Binden. Beide Geschlechter sind voll beflügelt und können zumindest etwas segeln. Im Vergleich zu den in Europa verbreiteten Schabenarten kommt sie am seltensten vor, da sie sehr hohe Ansprüche an Temperatur und Feuchtigkeit stellt. In den Tropen und Subtropen sind sie dagegen sehr häufig verbreitet.

Lebensweise, Biologie

Man findet die Amerikanische Schabe mehr in gewerblichen Betrieben mit den entsprechenden Bedingungen, in zoologischen Gärten oder Gewächshäusern. Sie ist ein regelmäßiger Gast auf Überseeschiffen, wo sie mit dem Ladegut in die Städte des europäischen Binnenlandes eingeschleppt werden.

Das Weibchen legt überwiegend jeweils 16 Eier in eine Oothek. Jede dieser Ootheken (ca. 90 während der gesamten Lebensdauer von bis 1.5 Jahren) wird sorgsam in einer Kammer verborgen, die mit den Beißwerkzeugen gescharrt wird. Diese Kammer wird dann mit Erde oder anderem Material zugedeckt (ganz im Gegensatz zur Deutschen Schabe, welche die Oothek bis zum Schlüpfen mit sich führt).

Die jungen Larven verlassen die Oothek nach 38-49 Tagen (je nach Temperaturbedingungen) gemeinsam, weil sie die Hülle nur mit vereinten Kräften einen Spalt weit öffnen können.

Sie sind nach dem Schlüpfen noch weißlich gefärbt, dunkeln aber im Laufe der Zeit nach. Die weiter herangewachsenen Larven sind dem adulten Tier schon ähnlich, nur die helle Zeichnung auf dem Brustschild ist noch undeutlich.

Während der Entwicklungsphase häuten sich die Larven ca. 7-13 mal. Diese Entwicklungsphase hängt überwiegend von der Temperatur und den übrigen Lebensbedingungen ab. In den Winter-monaten geht die Entwicklung langsamer voran.

Schaden

Die Amerikanische Schabe wird in manchen Fällen zu einem hygienischen Problem, besonders an Orten, an denen Nahrung zubereitet oder gelagert wird. Gelegentlich tritt sie zusammen mit der Deutschen Schabe auf.

Da sie Allesfresser sind, befallen sie nachts jegliches organisches Material, das mit ihren kauend-beißenden Mundwerk-zeugen zerkleinert wird. Durch Einschleppen von Keimen und durch den Verbleib der z.T. süßlichen Duftstoffe werden Lebensmittel auch nach dem Abzug der Schaben unbrauchbar.

Periplaneta Americana

Allgemein

Bis vor kurzer Zeit war die Bettwanze (5-6 mm Größe) in Europa ein weitverbreiteter Parasit in vernachlässigten Wohnungen und Hotels. Heutzutage tritt sie seltener auf, das Wanzenvorkommen ist aber seit den letzten 20 Jahren wieder gestiegen.

Lebensweise

Die erwachsenen Bettwanzen und auch die Larven ernähren sich von Blut. Sie sind sehr lichtscheu und fallen deshalb nachts ihren Wirt an. Mittels Saugrüsseln stechen sie in freiliegende Körperteile. Hierbei können sie bis zu 7 mg Blut saugen, nahezu das Fünffache des eigenen Körpergewichtes. Dieser Stich wird kaum wahrgenommen, jedoch die Folgen wie z.B. juckende Pickel und Schwellungen an der Einstichstelle werden vielfach als unangenehm empfunden.

Nachdem die Bettwanze sich bei ihrem Wirt gesättigt hat, versteckt sie sich in Matratzen, Ritzen oder Polstern, Wand- und Deckenrissen, hinter Bildern, Tapeten oder ähnlichen versteckten Winkeln.

Hier legen die Weibchen auch ihre Eier ab. Die Entwicklung der Bettwanzen verläuft am günstigsten bei einer Temperatur von 18-20 °C. Wenn sie dann ständig reichhaltige Nahrung bekommt, dauert es nur etwa 6-9 Wochen zur Entwicklung einer Generation. Die Tiere sind aber in der Lage, mehrere Monate lang zu hungern.

Schaden

Bislang fehlt bei Bettwanzen der Beweis, dass sie Überträger von Infektionskrankheiten sind. Nichtsdestotrotz ist ihr Vorhandensein aus hygienischer Sicht bedenklich, so dass es beim zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden sollte.

Stegobium paniceum

Allgemein

Diese über die ganze Welt verbreitete Art gehört zu den ernsthaftesten Vorratsschädlingen. Sie treibt nicht nur in Haushalten ihr Unwesen, wo sie manchmal in großer Zahl auftritt, sondern auch in Lebensmittelbetrieben und Lagerräumen, in Apotheken und Büchereien. Schaden richten aber nur die Larven an, die Imago nagt ihr Ausflugloch und nimmt dann eine winzige Nahrungsmenge auf.

Aussehen

Der Brotkäfer erreicht eine Körperlänge von 1,75 – 4 mm. Er ist rostrot bis braun gefärbt und fein behaart. Fühler mit 3-gliedriger Endkeule, deren Glieder besonders lang sind. Der Halsschild ist seitlich scharf gerandet und ohne Höcker. Die Flügeldecken haben Punktstreifen.

Entwicklung / Lebensweise

Das Weibchen legt ca. 60 Eier auf eine für Larven geeignete Nahrung oder in deren unmittelbarer Nähe. Die jungen Larven sind sehr beweglich und dringen leicht in undichte Behälter ein. Ältere Larven sind weiß, glänzend. In festem Material nagen sie sich Gänge.

Die geschlüpften Käfer hinterlassen charakteristisch runde, oft in großer Zahl beieinanderliegende Ausfluglöcher von nicht ganz 2 mm Durchmesser.

In trockenem, lockerem Material legt sich die Larve mit der Vollendung ihrer Entwicklung eine Kammer an, in der sie sich verpuppt und als fertige Imago noch ein paar Tage bleibt. Die Entwicklung dauert bei 18°C 4 Monate, bei 22°C nicht ganz 3 Monate.

In der gemäßigten Zone bringt diese Art in unbeheizten Gebäuden jährlich eine, höchstens zwei Generationen hervor. Für gewöhnlich überwintern Larven oder Puppen. In beheizten Gebäuden können sogar vier Generationen im Jahr zustande kommen.

Die häufigste Nahrung der Larven sind hartes Brot und Gebäck, aber auch Mehl, Teigwaren, Reis, Hülsenfrüchte, Schokolade, Kakao, Kaffee-Ersatz, Tee, Nüsse, Dörrgemüse, Trockenpilze, Gewürze, Heilkräuter, Kork, Leder und Papier. Der Brotkäfer beschädigt auch Tapeten, von deren Leim er sich dabei ernährt, und ist einer der ärgsten Schädlinge in Bibliotheken. Es wurden sogar Fälle bekannt, in denen sich eine Larve nach und nach durch eine lange Reihe nebeneinander stehender Bände hindurchgefressen hat. Nicht einmal Zinnfolie oder Bleiblech stellten ihr ein Hindernis dar.

Der Brotkäfer ist einer der wenigen Schädlinge, die sich auch in sehr trockenen Substraten (mit einem Feuchtigkeitsgehalt unter 8%) entwickeln können.

Blattella germanica

Aussehen

Die Deutsche Schabe hat eine Färbung von rotbraun bis rotgelb, der Vorderbrustrücken ist mit einer dunklen rotbraunen trapezförmigen Scheibe versehen, die von einem hellen durchscheinenden Seitenrand umgeben wird. Die Vorderflügel überragen nur beim Männchen den Hinterleib, beim Weibchen nicht oder kaum. Außerdem sind die Weibchen in der Regel intensiver gefärbt als die Männchen.

Allgemein

Die Deutsche Schabe, welche 11 – 13 mm lang sein kann, lebt heutzutage in geringerem Umfang in Wohnungen von Menschen als früher. Sie tritt in Restaurants, Krankenhäusern und auch auf Schiffen nicht nur regelmäßig auf, sondern auch vielfach in großen Massen. Dieser uralte Begleiter des Menschen wurde in verschiedenen Verkehrsmitteln mit allen möglichen Frachten verbreitet. Die Deutsche Schabe hat nicht nur die Fähigkeit gut zu fliegen, sondern sie ist auch ein schneller und ausdauernder Läufer, dadurch ist es ihr möglich, auch über glatte und senkrechte Flächen zu gelangen.

Die Deutsche Schabe ist nachtaktiv; wird sie aber auch tagsüber in größerer Anzahl entdeckt, so ist das ein Zeichen für ihre Übervermehrung.

Lebensweise

Diese Spezies kann sich besser fortpflanzen, als die anderen Schabenarten. Das Weibchen legt 15 – 45 Eier in eine Kapsel, die sogenannte Oothek, die am Hinterleibsende aus Absonderungen spezieller Drüsen entsteht. Die Oothek wird am Hinterleib ständig mitgetragen und erst ein paar Stunden vor dem Schlüpfen der Nymphen aus den Eiern abgelegt. Die Nymphen, welche zunächst weiß sind und später nachdunkeln, sprengen diese Oothek in der Längsnaht auf und kommen durch einen Spalt ins Freie.

Ein Weibchen paart sich im Laufe des Lebens mehrmals, es werden meist vier Ootheken zustandegebracht. Die Entwicklungsdauer hängt hauptsächlich von der Temperatur und erst in zweiter Linie von anderen Bedingungen ab. Bei ca. 30° C entwickelt sich die Imago aus dem Ei innerhalb von 50 – 60 Tagen.

Deutsche Schaben sind Schädlinge, die nicht nur an Nahrungsmittel und Saatgut befallen, sondern auch Holzgegenstände, Verpackungs-materialien, Bucheinbände, Textilien und sogar Rohre und Kabel. Sie sind auch Überträger von Krankheiten, da sie auch Abfälle und anderen Schmutz aufsuchen, welche Keime enthalten.

Paravespula Germanica

Allgemein

Wespen leben, ähnlich wie Hornissen, in einem sozialen Verband mit Geschlechtstieren und Arbeiterinnen. Es gibt in Europa mehrere Wespenarten, deren Körperlängen zwischen 12-20 mm variieren.

Lebensweise

Die Deutsche Wespe kommt in freier Natur ebenso häufig vor, wie in der Umgebung oder im Inneren von Gebäuden. Ein Nest ist kugelförmig, wobei die waagerecht angeordneten Waben von einer mehrschichtigen Papierhülle mit einer feinen Struktur eingeschlossen sind. Nach unten ist das Nest bis auf ein kleines Flugloch abgeschlossen.

Das Wespennest entsteht folgendermaßen: Ein befruchtetes Weibchen überlebt im Winter, welche im Frühjahr die ersten Zellen baut und die ersten Arbeiterinnen aufzieht. Die Arbeiterinnen übernehmen dann den Weiterbau der Zellen und fahren mit der Brutpflege fort. Im Spätsommer ziehen die Geschlechtstiere auf. Nach Herbstanbruch geht das Nest zugrunde und seine Bewohner sterben, wobei nur die befruchteten Weibchen, wie oben erwähnt, überleben.

Die Deutsche Wespe ernährt sich wie die verwandten Arten hauptsächlich von Insekten, sammelt aber auch Nektar. In der Umgebung von Menschen geht die Wespe gerne an Marmelade, Süßigkeiten, reifes Obst, Säfte und an alles, was noch Wasser und Zucker enthält. Es kommt gelegentlich vor, dass die Wespe auch an anderen Lebensmitteln, wie Fleisch etc. nascht. Die Deutsche Wespe kann als eine sehr nützliche Art betrachtet werden, denn sie vertilgt andere Schädlinge wie z.B. Raupen, Fliegen etc. Manchmal bereitet sie aber Probleme. Für Imker zum Beispiel dadurch, dass die Wespe Bienen jagt und Honig raubt.

Im Haushalt gilt die Wespe eher als lästiges Insekt, welches für empfindliche Personen durch einen Stich zu gesundheitlichen Komplikationen führen kann. Gefährlich sind Stiche in die Zunge, wenn die Wespe durch Aufnahme von Lebensmitteln in den Mund gerät. Es muss dann sofort (!) ärztliche Hilfe hinzugezogen werden.

Plodia interpunctella

Allgemein

Die wärmebedürftige Dörrobstmotte (7-10 mm) stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und wurde im Laufe der Zeit fast über die ganze Welt verschleppt. Anderen Ansichten nach ist sie amerikanischer Herkunft. Sie ist bei uns in Mitteleuropa auf geheizte Gebäude angewiesen und deshalb begegnet man dieser Art in Haushalten am häufigsten.

Entwicklung und Fortpflanzung

Schon nach 3-4 Tagen schlüpfen die Raupen aus dem Ei, wovon etwa 200-400 gelegt werden. Ähnlich wie bei der Kleidermotte erstellt die Raupe eine Röhre aus Exkrementen, in der sie sich dann ständig aufhält.

Bei optimaler Temperatur braucht die Raupe zur Entwicklung ca. 4 Wochen, andernfalls dauert es bis zu mehreren Monaten. Die Länge des Puppenstadiums und die Lebensdauer der Imago hängen ebenfalls von der Temperatur ab.

Die Raupen ernähren sich von Getreide und Getreideprodukten. Es ist aber auch möglich, daß sie Kakao, Schokolade, Mandeln, Nüsse, Dörrobst und -gemüse, Gewürze, Hefe Trockenmilch, Sonnenblumenkerne, Saatgut, Bienenwaben und Insektensammlungen befallen.

Eine ausgeschlüpfte Imago hingegen nimmt keine Nahrung mehr auf und lebt nur relativ kurz – etwa 5-6 Tage.

Die Entwicklungszeit dieser Spezies hängt in erster Linie von den Lebensbedingungen und der Umgebung ab.

Schaden

Die Dörrobstmotte ist neben der Kleidermotte der schädlichste Schmetterling in den europäischen Haushalten. In ihren Nahrungsansprüchen ist sie nicht gerade bescheiden, denn sie befällt und schädigt alle Produkte wie zuvor erwähnt.

Allgemein

Der Eichenprozessionsspinner kommt an Stiel- und Traubeneiche, aber auch vereinzelt an Roteiche und Hainbuche vor. Zur Massen-vermehrung kommt es hauptsächlich in trockenen und sehr warmen Jahren. Der EPS ist sehr wärmeliebend, sodass wir ihn hauptsächlich an freistehenden Bäumen, Straßenbäumen und Randbäumen in Bereichen mit hoher Wärmereflektion, wie bituminöse Belege aber auch ländlichen Flächen wie Getreidefelder, die auch noch in den Abendstunden Wärme abgeben, finden.

Der unscheinbare Falter, gleicht einer Motte, von ca 30mm Größe, beginnt im Zeitraum August / September mit dem Hochzeitsflug. In dieser Zeit legt er 0,5mm große Eier in einem Verbund von je 150-200 Stück an Zweigen (Feinastbereich) ausschließlich im oberen Kronenbereich der Eichen ab. Anschließend werden diese Gelege durch ein graugrünes Sekret getarnt. Diese Eigelege 0,5 x 3,0 cm findet man in der Regel an Astgabeln. Bereits im Herbst entwickeln sich kleine Embryonen (Jungraupen), die aber noch in der Eihülle überwintern.

Überwachung

Um eine Einschätzung der Populationsentwicklung zu bekommen ist es notwendig stichprobenartig Kontrollen vorzunehmen, bei denen Eigelege in den oberen Bereichen der Eichenkronen zu suchen sind. Die Gelege findet man an dünnen Zweige von 1-2 cm Stärke. Die gefundenen Gelege werden markiert und der Standort katalogisiert. Schon wenige gefundene Gelege weisen auf eine erhöhte Populationsdichte hin.

Sofortmaßnahmen bei Kontakt
Bei allen Arbeiten , die zur Beseitigung von Eichen-prozessionsspinnerraupen bzw. Haaren durchgeführt werden, kommt es unwiderruflich zu Kontakten mit dem mikrofeinem Haarstaub. Während der Arbeitspausen, beim Abnehmen von Schutzbrillen und Atemschutz können Haare die menschliche Haut berühren. Kurz nach dem Kontakt werden die Körperteile warm bis heiß, errötet und es bilden sich Quaddeln. Ein Besuch beim Facharzt und entsprechender Kortisonbehandlung läßt den ernomen Juckreiz bereits nach 12 Stunden abklingen. (Ohne Behandlung hält der Juckreiz bis zu 14 Tage an).Betroffene Kleidung ist in mindestens 60° C heißem Wasser zu reinigen

Bei der Bekämpfung handelt es sich in Hessen nicht um eine Pflanzenschutzmaßnahme, sondern um eine Gefahrenabwehr gegenüber Mensch und Tier. Zuständig sind auf öffentlichen Flächen die Städten und Gemeinden, auf Privatgrund-stücken der Eigentümer. In Bereichen wie Schulen, Kindergärten, Tagesstätten, Schwimmbäder, Freizeitanlagen, Zeltplätze, Krankenhäuser, Kliniken usw. also auf Flächen mit viel Publikumsverkehr sollte der EPS zu 100% bekämpft werden. Auf diesen Flächen können Kontakte durch herumstochern in Gespinsten, Flug von Gifthaaren bei  Wind, oder Kontakt mit Gifthaaren auf Rasenflächen in Schwimmbädern und Freizeit-anlagen erfolgen.

Als Mittel zur Präventiven Bekämpfung wird in erster Linie ein Bacillus thuringiensis-Präparat, Dipel ES, eingesetzt. Das Mittel ist rein biologisch und absolut ungiftig. Es muss von den Raupen gefressen werden und wirkt auf den Darmtrakt der Raupen, so das diese keine Nahrung mehr aufnehmen können. Die Raupe stirbt nach kurze Zeit ab. Der Bacillus ist bei einer Temperatur von 15° C ca. 3-4 Tage aktiv. Fällt die Temperatur unter 15° C stirbt auch der Bacillus ab. Dieser Bacillus sollte 12-15 Tage nach dem ersten Schlupftermin gespritzt werden, um möglichst alle geschlüpften Raupen zu erfassen.

Biologische Mittel lassen sich hervorragend mit Spritz- und Nebelgeräten von Hubarbeits-bühnen ausbringen. Hierbei wird in erster Linie der Kronenmantel erfasst. (Hier schlüpfen die Raupen und fressen an jungen Eichenblättern). Es werden fast nur Eichen-prozessionsspinnerlarven, Eichenwickler und Schwamm-spinner geschädigt / bekämpft.

Abbrennen

Das Abbrennen von Gespinsten und Nestern ist die bewährteste und kostengünstigste Methode, wenn nicht bereits im Vorfeld Spritzungen erfolgt sind oder in eine massive Zuwanderung aus nicht behandelten Bereich erfolgt. Hierbei werden mit einem Gasbrenner die Nester / Gespinnste von den Baumstämmen gelöst, indem man diese abflammt. Die eigentlichen Nester werden eingesammelt und verbrannt oder einer Müllverbrennungsanlage zugeführt. Genaue Angaben wie viele Bäume pro Tag behandelt werden können, können nicht gemacht werden da dies von zahlreichen Faktoren abhängig ist.

Beim Abbrennen und Absaugen sind unbedingt Vollschutzanzüge mit Augen- und Atemschutz zutragen. Einfache einlagige Anzüge, wie sie z.B. in Spritzkabinen verwendet werden, sind nicht geeignet, da sie vom mikrofeinem Haarstaub durchdrungen werden und so keinen ausreichenden Schutz gewährleisten.

Absaugen

Das Absaugen erfolgt mit einem Unterdruckbehälter der mit Wasser gefüllt ist. Abgesaugte Nester werden dann in das Wasser gersaugt und so unschädlich gemacht. Industriesauger sind hierfür nicht geeignet. Aufgrund der langen Saugschläuche sind die Geräte sehr unflexibel. Die Kosten für das Absaugen liegen um ca. 50% über den Kosten des Abbrennens.

Siphonaptera

Aussehen

Alle Flöhe haben einen seitlich stark zusammengepressten, segmentierten Körper und sind durch ein sehr kräftig entwickeltes hinteres Beinpaar in der Lage, erstaunliche Sprünge auszuführen. Sie sind stets flügellos und zwischen 1,5 bis 4 mm groß.

Allgemein

Adulte Flöhe leben etwa 1½ Jahre. Die Kopulation findet auf dem Boden statt, worauf das Weibchen täglich 20-25 etwa 0,25 mm große weiße Eier ablegt. Aus den Eiern schlüpft nach 2-12 Tagen eine augenlose Larve, die bis 5 mm lang wird. Nach 2-3 Wochen verpuppt sich das Larvenstadium. Zwar ist die Entwicklung der Puppe in etwa 1-2 Wochen abgeschlossen, aber das Schlüpfen erfolgt auf einem Außenreiz (=Vibration, die einen Wirt ankündigt).

Flöhe sind ursprünglich typische Nestbewohner, und die Anpassung erfolgte mehr an die spezifischen Nestbedingungen der Wirte als an die Wirte selbst. Das Nest oder Tierlager ist Lebensraum der Flohlarven, die eine ganze andere Lebensweise als ihre blutsaugenden Imagines haben.

Flöhe können mehr als 12 Monate ohne Nahrung auskommen. Besonders die verpuppten Flöhe können in den Kokons sehr lange warten, bis die entsprechenden Schlupfreize sie zum Öffnen der Hülle veranlassen. Hungernde Flöhe wandern oft ab und suchen andere Wirte. Häufig sind ungepflegte Schlafplätze von Hunden und Katzen die Ursache von Flohplagen in Wohnungen und Häusern. Besonders die verwilderten Hauskatzen sind häufige Verursacher.

Bedeutung

Flöhe können die Erreger schwerwiegender Infektionskrankheiten übertragen. Augenfälliger wird ihre Schädlichkeit durch die Stiche, die sie uns durch ihre mehrmals tägliche erfolgende Blutaufnahme beibringen.

Allgemein

Fruchtfliege ist nur ein Oberbegriff für mehrere Arten von vorratsschädigenden Fliegen, welche zwischen 2-3 mm Körperlänge erreichen. Sie erscheinen insbesondere in den Herbstmonaten in großer Zahl und rufen große Probleme hervor.

Sie können über eine beträchtliche Entfernung gärende Pflanzenstoffe riechen und erscheinen überall, wo Obst und Gemüse, Gelees, Marmeladen, Obstsäfte und Wein hergestellt oder verarbeitet werden.

Fruchtfliegen sind gefährliche Schädlinge auf fleischigem Gemüse, vor allem Tomaten, und auch auf reifem Obst. Die größten Probleme werden in Obst- und Gemüsegroßlagern, sowie in Konservierungsbetrieben und Haushalten verursacht. Der Verderb von frischem und konserviertem Obst wird durch den Befall beschleunigt und auch das massenhafte Auftreten wird oft als lästig empfunden.

Entwicklung

Die Weibchen legen ca. 400-500 Eier auf überreifes oder sich zersetzendes Obst bzw. auf o.g. pflanzliche Stoffe, sofern sie genügend Wasser enthalten. Die Eier haben zwei fadenförmige Auswüchse, die sie auf der Oberfläche tragen.

Die Larven ernähren sich überwiegend von Hefepilzen und halten sich in den Oberschichten des befallenen Substrats auf. Binnen einer Woche wachsen sie heran und sichern sich dann eine trockenere, erhabene Stelle, um sich dort zu verpuppen. Die Imago schlüpft bei einer Temperatur von 26°C schon 8-12 Tage nach der Eiablage.

Sitotroga cerealella

Aussehen

Das erwachsene Tier der Getreidemotte weist eine Flügelspannweite von bis zu 20 mm auf. Die Hinterflügel sind kleiner, grau gefärbt und mit haarigen Fransen besetzt. Der Körper zeigt sich von braun-gelblicher Farbe.

Lebensweise

Die Getreidemotte kommt weltweit vor und ist in Gebäuden ganzjährig anzutreffen. Sie ist eine ernster Vorratsschädling auf Getreide, Buchweizen und Hülsenfrüchten. Das Weibchen legt die Eier einzeln auf der Oberfläche der Samen ab. Nach dem Ausschlüpfen nagen sich die Raupen ins Innere vor, wobei sie runde Löcher in die Getreidekörner bohren. Auffällig ist der glatte Rand dieser Löcher. Schließlich höhlen die Larven das Getreidekorn völlig aus und verlassen es dann zur Verpuppung.

Das Entwicklungstempo wird wesentlich von der Temperatur beeinflusst. Die Entwicklung liegt zwischen 25 Tagen und 4 Monaten, im Winter dauert dieser Zyklus etwas länger.

Die Getreidemotte entwickelt sich nicht nur in gelagerten Kornvorräten, sondern kann auch Getreidekulturen auf dem Halm angreifen, vor allem Gerste und Mais. Mit den befallenen Körnern können die Schädlinge wieder in die Lagerhäuser gebracht werden.

Schaden

Es werden nicht nur durch Larvenfraß große Mengen an Getreide vernichtet; auch nicht direkt befallenen Körner verkleben durch Kokonfäden der Puppen und da sehr rasch Pilzbefall eintreten kann, sind auch diese Körner meist verloren.

Oryzaephilus surinamensis

Allgemein

Der Getreideplattkäfer ist in erster Linie ein gefährlicher Getreideschädling, doch frißt er auch Gebäck, Teigwaren, Reis, Dörrobst, Heilkräuter, Gewürze, Schokolade, Nüsse, Erdnüsse, Tabak, Trockenfleisch u.ä. Er beschädigt auch Verpackungen aus Papier und Textil.

Er ist weltweit verbreitet und kommt in warmen Getreidelagern zur Massenentwicklung und ist in Lebensmittellagern vieler Einrichtungen zum häufigsten Schädling an Getreideprodukten geworden.

Aussehen

Der Getreideplattkäfer erreicht Längen von 2,75-3,25 mm, ist flach, graubraun bis rostrotbraun gefärbt. Die langgestreckten Flügeldecken sind mit drei glatten Längsrippen und dazwischen liegenden Punktreihen versehen.

Die Fühler haben 11 Glieder mit 3-gliedriger Endkeule.

Lebensweise

Die Weibchen legen 150 bis maximal 375 Eier einzeln, täglich nicht mehr als 10 Eier ab. Diese werden auf die Verpackungen oder in die Ritzen von Mauerwerk, Regalen usw. untergebracht.

Die Larven entwickeln sich bei Temperaturen um 30°C, sowie hoher Luft- und Substratfeuchtigkeit am besten. Innerhalb von 2-5 Wochen häuten sie sich 3-5 mal. Nach 8-tägiger Puppenruhe schlüpfen die Käfer und können bis zu 3 Jahre leben.

Tenebrio molitor

Aussehen

Die Mehlkäfer sind erst braun, werden im Laufe der Zeit aber immer dunkler bis Schwarz und besitzen aus Punkten gebildete Streifen auf den Flügeldecken. Sie erreichen eine Größe von 13 bis 20 mm.

Vorkommen, Lebensweise

Der Gewöhnliche Mehlkäfer stammt zwar aus Europa, ist aber mittlerweile über die ganze Welt verbreitet, insbesondere über die gemäßigte Zone.

Er ist ein typischer Schädling, der heutzutage im Haushalt seltener vorkommt, da Mehl nicht mehr langfristig gelagert wird. Der Käfer befällt hauptsächlich Mühlen, Mehlvorratslager und Bäckereien.

Das Weibchen legt 160-280 Eier, diese sind weiß, 1,8 mm lang, bohnenförmig und haben eine klebrige Oberfläche.. Die Larve schlüpft nach etwa 15 Tagen und häutet sich während ihres Wachstums 9-20 mal, wobei allmählich ihre Farbe von Weiß über Gelb in ein sattes Gelbbraun wechselt. Gegenüber Nahrungsmangel ist sie sehr widerstandsfähig, sie kann bis zu 9 Monate hungern.

Die Larvenentwicklung kann über 600 Tage dauern, der gesamte Zyklus rund 650 Tage. Dieser lange Zeitraum ist sicher mit ein Grund dafür, dass der Mehlkäfer nicht zu den gefürchtetsten Materialschädlingen zählen.

Die Imagines sind Nachtlebewesen, tagsüber verbergen sie sich in dunklen Winkeln und Spalten. Die größeren Larven sind sehr aktiv und entfernen sich oft einige Dutzend Meter vom Ort ihrer bisherigen Entwicklung.

Auch wenn man weder einen erwachsenen Mehlkäfer noch eine Larve entdeckt, erkennt man befallenes Mehl eindeutig an den typischen gelben Fetzen der Larvenexuvien, die ein normales Mehlsieb leicht auffängt.

Erkrankungen

Es ist möglich, dass die Mehlkäferlarve Bakterien auf die Nahrungsmittel überträgt.

Überdies kann sie Zwischenwirt für verschiedene Bandwurmarten sein, wobei die Infektion dann durch orale Aufnahme erfolgt, wenn ganze oder auch zerkleinerte Mehlkäferlarven in Getreideprodukten enthalten sind.

Mus musculus

Aussehen

Die Hausmaus besitzt eine kaninchen-farbenähnliche Färbung, wobei die Unterseite des Körpers etwas heller gehalten ist. Der Schwanz des Tieres ist in etwa genauso lang wie der Körper.

Lebensweise

Die Hausmaus ist neben dem Menschen der zahlreichste Säuger. Ursprünglich lebte sie im Mittelmeerraum und in den Steppenlandschaften Asiens bis nach China und Japan. Heute findet man sie auf der ganzen Welt in der Nähe menschlicher Siedlungen. Favorisiert werden u.a. Bauernhöfe, Supermärkte, Wohnhäuser und Lebensmittelbetriebe. Sobald in einem Gebäude Unterschlupf- und Ernährungsmöglichkeiten für die Hausmaus gegeben sind, ist von potentiellem Befall auszugehen, wobei die Menge der Nahrungsmittel nur die Zahl der Mäuse beeinflußt.

Wasserquellen bedeuten nicht automatisch, dass sich ein Befall einstellt, denn als ehemalige Steppentiere reicht der Gehalt an Wasser in unseren Lebensmittel für die Hausmaus vollkommen aus.

Ziel der Hausmaus ist es, ihren Unterschlupf so nah wie möglich an die Ernährungsquelle zu legen. Der Aktionsradius beträgt gewöhnlich nur etwa 10 Meter, wird aber beeinflusst dadurch, dass es entweder in der Nähe keine Unterschlupfmöglichkeit gibt oder bereits andere Mäuse vorhanden sind.

Obwohl die Hausmaus innerhalb der Gebäude keine natürlichen Feinde hat, ist es ihr Instinkt, an geschützten Platzen zu fressen.

Hausmäuse sind Vegetarier und bevorzugen Getreide aufgrund des höheren Energiepotentials. Ganze Körner werden besser angenommen, da diese mit den Vorderpfoten festgehalten werden können. Hausmäuse leben im Gegensatz zu Ratten nicht in Rudeln. Sie leben einzeln oder im Familienverband. Es sind neugierige Tiere, die ziemlich viel probieren und alles benagen, ohne fressen zu wollen. Sie entwickeln sich selten zu Nahrungsspezialisten.

Verbreitung

Ihre Verbreitung ist auf die gute Fortpflanzungsfähigkeit zurückzuführen. Ein Tier ist bereits nach 42 Tagen geschlechtsreif. Weibchen werfen nach einer ca. 19 bis 29 tägigen Trächtigkeit rund 6 Jungtiere. Im Schnitt bringt ein Mausweibchen jährlich fast 45 Junge zur Welt.

Rattus rattus

Aussehen

Die Hausratte ist schwarzgrau bis graubraun gefärbt. Auf dem Rücken ragen lange Grannenhaare, die der Hausratte ein struppiges Aussehen verleihen. Die Rumpflänge schwankt zwischen 15-23 cm und die Schwanzlänge pendelt zwischen 17-25 cm. Der Schwanz ist immer länger als der Körper.

Das Körpergewicht der Hausratte beträgt im Durchschnitt ca. 140-200 g. Im Gegensatz zur Wanderratte sind die Ohren größer, sehr dünnhäutig und fast unbehaart.

Lebensweise

Die Hausratte gelangte erst in frühgeschichtlicher Zeit von Indien über Afrika nach Europa. Sie verbreitete sich sehr stark und besiedelte nach und nach den süd- und mitteleuropäischen Raum.

Bevorzugte Lebensräume der Hausratte sind Getreidespeicher, geräumige Dachböden, sowie im Mittelmeerraum offenes Ödland. In Deutschland gibt es nur zerstreute Vorkommen in den Hafenstädten, eventuell durch Einschleppung mit Schiffen hervorgerufen.

Die Hausratte liebt Wärme und Trockenheit. In Gebäuden findet man sie zumeist in den höher liegenden Stockwerken, Dachböden usw. Sie klettert und springt besser als die Wanderratte und bei der Nahrung bevorzugt sie pflanzliche Komponenten wie Getreide, Samen, Nüsse und Obst. Die Hausratte braucht nicht unbedingt Wasser, sie ist in der Lage, längere Zeit nur mit trockenem Getreide auszukommen. Selten treten sie einzeln auf. Zumeist bilden sich Rudel aus 20-60 Tieren, die keine feste Rangordnung oder Paarungen erkennen lassen.

Als besondere Merkwürdigkeit erweisen sich die sogenannten “Rattenkönige”. Bei hoher Bestandsdichte kann es vorkommen, dass 6-12, sogar bis zu 32 Ratten ein mit den Schwänzen verknotetes Knäuel bilden. Die Bedeutung dieses Umstandes ist bis heute nicht geklärt.

Hausratten benutzen feste Wege, die auch in Gebäuden schnell sichtbar werden. Anderen Ratten wird durch das Anbringen von Geruchsmarkierungen angezeigt, dass das Gebäude besetzt ist. Erdbauten werden nicht errichtet. Ihre Nester legen die Hausratten versteckt im Gebäudeinneren an.

Biologie

Hausratten werden im Alter von 68 Tagen geschlechtsreif. Das Weibchen ist 20-24 Tage trächtig und bringt in einem Wurf 6-7 Junge zur Welt, die nach 3 Monaten selbst fortpflanzungsfähig sind. Insgesamt zeugt die Hausratte bis zu ca. 34 Nachkommen pro Jahr. Die Wurfgröße und -häufigkeit wird stark von der Siedlungsdichte beeinflusst; sie nimmt mit zunehmender Dichte ab.

Schaden

In Europa ist die Hausratte nicht so schädlich wie die Hausmaus oder die Wanderratte, jedoch kann eine Massenvermehrung oft zu ernsten materiellen Schäden führen. Sie ist auch ein gefährlicher Überträger von Krankheitskeimen.

Durch ihre Nahrungspräferenzen richtet sie große Schäden in Getreidespeichern und Vorratskammern an.

Porcellio scaber

Aussehen

Die Kellerassel hat eine rauh gekörnelte Haut, welche schwarz bis schiefergrau gefärbt ist. Oft sind die Muskelansatzstellen auf dem Rücken rötlich oder ockergelb marmoriert. Die Fühlergeißel besteht aus 2 Gliedern. Die Asseln erreichen eine Größe zwischen 15-18 mm.

Vorkommen, Lebensweise

Die Art stammt aus Westeuropa, hat sich als Begleiter des Menschen jedoch fast über die ganze Welt verbreitet. Sie sind nahe Verwandte der Krebse und Krabben, haben sich aber an ein Leben auf dem Trockenen angepasst.

Die Kellerassel erscheint in Kellern, feuchten Erdgeschossräumen, in Klosetts, aber auch außerhalb der Gebäude unter Ziegeln, Steinen oder Holzstücken.

Diese Tiere ernähren sich in erster Linie von verfaulenden Pflanzenteilen, greifen aber in Vorratskellern auch lagerndes Gemüse, Obst und Kartoffeln an. Ihr Fraßbild an Blättern, Früchten, Knollen und Wurzeln ist dem der Schnecken ähnlich, nur sind die Löcher an Blättern gewöhnlich nicht so groß. Die Asseln finden sich aber auch in Kellern, in denen keine Stoffe aufbewahrt werden, die Ihnen zur Nahrung dienen können, wahrscheinlich hier nur zur Überwinterung. Auch in Wohnungen können sie mit Gemüse verschleppt werden oder über Bewuchs der Hauswände mit Efeu etc. einwandern, sind aber mehr durch Ekelerregung als durch Fraß schädlich.

Biologie

Die Asseln atmen zum Teil noch durch Kiemen und durch Verdunstung geben sie sehr viel Wasser über die Haut wieder ab. Sie brauchen deshalb eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Während sie in feuchter Umgebung lichtscheu sind und nur für etwa eine Stunde in der Nacht aktiv werden, wird durch Trockenheit ihre Lichtscheu überwunden, weshalb man sie auch am Tage wandern sehen kann. Gegen Temperaturunterschiede hingegen sind sie nicht so empfindlich.

Die Zahl der Eier ist bei den Kellerasseln jahreszeitlich verschieden (im Sommer rund 85, im Herbst etwa 35). Sie werden in den Brutbeutel abgelegt, wo die Embryonalentwicklung stattfindet. Die ersten Mancastadien schlüpfen nach 35 Tagen aus leben dort 16 Tage und verlassen dann den Brutbeutel. Nach 100 Tagen etwa und weiteren 10 bis 13 Häutungen sind die Tiere geschlechtsreif.

Tineola bisseliella

Allgemein

Die Kleidermotte (4-8 mm) gilt überall auf der Welt als ernster Schädling in Haushalten, wo sie Wollbekleidung, Teppiche und Polstermöbel, auch Fischmehl, Kasein und Trockenfleisch beschädigt. Auch in Rohwolle lagern und Teppichwebereien ist sie gefürchtet.

Sie ist ein guter Läufer, jedoch das Fliegen meidet sie. Von anderen Schmetterlingen unterscheidet man sie am ruckeligen Zickzackflug und kann dabei aufgrund ihrer Ausdauer Entfernungen von mehreren hundert Metern zurücklegen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die etwa 50 Eier, welches ein Weibchen ablegt, werden zwischen Wollfasern geschoben und einzeln festgeklebt. Nach ca. 4 Tagen bis 3 Wochen schlüpfen 1 mm große Larven, die sehr beweglich sind und ohne Schwierigkeiten ganz kleine Öffnungen passieren können. Ab dem Zeitpunkt fangen sie an gierig zu fressen.

Die Raupe lebt in einer Art Tunnel aus Seidenfasern, welches ein Exkrement ihrer Speicheldrüsen ist. Sie spinnt sich in einem Kokon ein und verpuppt sich dann darin. Nach dem Schlüpfen verlässt die Imago die leere Puppenhülle.

Unter guten Bedingungen dauert so eine Entwicklungsphase durchschnittlich 65-90 Tage, kann sich aber auch bis zu mehreren Jahren hinziehen.

Normalerweise bringt die Kleidermotte nur eine Generation jährlich hervor, die Nachkommenschaft kann aber in geheizten Räumen in Nordeuropa auf bis zu vier ansteigen.

Niptus hololeucus

Aussehen

Der Käfer wird 2,5 bis 4,5 mm lang und hat einen Körper mit sehr dichter, gold-gelber Färbung. Die Flügeldecken sind fast kugelig abgerundet.

Lebensweise

Der Messingkäfer stammt nach einigen Ansichten aus Kleinasien, andere Meinungen tendieren zu den Südgebieten der ehemaligen UdSSR. Von hier aus hat er sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Europa und weiter nach Amerika und in andere Regionen ausgebreitet. Heutzutage ist er – bis auf die Tropen – nahezu in der ganzen Welt verbreitet.

Man findet diese Art vor allem in alten Häusern, landwirtschaftlichen Anwesen, auch in Brauereien und Mälzereien.

Die Larven entwickeln sich in Getreide, Kleie, Mehl, Backwaren, Haferflocken, Sämereien, Kakao, Gewürzen, getrockneten Pflanzen, Trockenfleisch und Kasein, Leder, Federn, Knochen, Stroh, Spelzen, in Bürsten und Papier.

Die Imagines ernähren sich ähnlich, jedoch richten sie größere Schäden an, da sie Leinen-, Woll- und Seidenstoffe dabei perforieren.

Der Messingkäfer ist ein Nachttier. Die länger als 8 Monate lebenden Imagines halten 2 Monate ohne jegliche Nahrungsaufnahme aus. Ebenso widerstandsfähig sind sie gegen Kälte, bewegen sich noch bei 5°C und kommen auch bei einer länger anhaltenden Temperatur von -4°C nicht um.

Entwicklung

Das Weibchen legt etwa 30 weiße, ovale, knapp 1 mm lange Eier mit einer klebrigen Oberfläche, die bewirkt, dass sie bald von einer feinen Staubschicht eingehüllt sind.

Die Larve entwickelt sich ca. 4-8 Monate. Das Entwicklungstempo hängt stark mit der Umgebungstemperatur und der Nahrungsqualität zusammen (Stoffe tierischer Herkunft beschleunigen die Entwicklung).

Nach Abschluss ihrer Entwicklung spinnt sich die Larve in einen lockeren Kokon ein, um sich in dessen Inneren zu verpuppen.

Die Imago schlüpft nach ca. 20-30 Tagen. Im Laufe eines Jahres kommt gewöhnlich nur eine Generation zustande, in beheizten Räumen auch zwei.

Schaden

Diese Art greift zwar eine ganze Reihe von Produkten an und kann unter guten Voraussetzungen auch materielle Schäden anrichten, jedoch ist ihre Verbreitung in Stadthaushalten in größerer Anzahl nur eine Ausnahme.

Sitophilus granarius

Allgemein

Der Kornkäfer ist ursprünglich eine samenfressende Art, entwickelte sich aber zu einem der ernsthaftesten Getreidevorratsschädlingen. Er ist relativ kältefest und richtet größere Schäden in Europa, kühleren Gebieten Nordamerikas und in Australien an.

Er ist ein typischer Schädling des Lagergetreides in kleineren bäuerlichen Betrieben. Im überlagerten Getreide kann die Befallsdichte hoch sein.

Aussehen

Es handelt sich um dunkelbraune 2,5 – 5 mm lange Käfer. Der Kopf ist rüsselförmig verlängert. An der Rüsselbasis setzen die geknieten Fühler an. Die Mundwerkzeuge befinden sich am Vorderen des Rüssels. Kopf- und Halsschild sind mit Narbenpunkten, die Flügeldecken mit vertieft verlaufenden Längsstreifen und einige- senkten Punkten versehen.

Entwicklung / Lebensweise

Die Larven entwickeln sich vor allem in Weizen, Roggen, Gerste, Reis und Mais, sowie in Sonnenblumensamen, Hirse, Teigwaren, Eicheln und Esskastanien. In Mehl und anderen feinkörnigen Produkten kommen die Larven zwar nicht vor, jedoch können sie sich in vertrockneten Teigresten oder ausgetrocknetem Mehlstaub wieder entwickeln.

Die gesamte Entwicklung findet im Getreideinneren statt, eine Larve bewohnt dabei jeweils ein Korn. Nur großkörnige Maissamen können mehrere Tiere enthalten.

Das Weibchen legt seine ca. 140 Eier durch ein tiefes Loch ins Korn, welches es vorher mit dem Rüssel gebohrt hat. Nach der Eiablage wird das Korn mit einem Stopfen wieder verschlossen. Dieses ist so kunstvoll verborgen, dass es nur mit einem Spezialfarbstoff sichtbar gemacht werden kann.

Die Eier sind jeweils 0,5 – 0,8 mm lang und weiß gefärbt. Nach dem Ausschlüpfen bleibt die noch beinlose Larve im Korn, da sie sich eine Kammer nagt, um sich später darin zu verpuppen.

Erst das ausgewachsene Tier nagt sich durch das Korn ins Freie und hinterlässt ein großes unregelmäßig rundliches Loch.

Die Gesamtentwicklung ist jahreszeitabhängig. Im Sommer dauert sie 30-40 Tage, während es im Winter bis zu 150 Tage sein können. Im Laufe des Jahres können sich bis zu vier Generationen entwickeln.

Der Kornkäfer ist einer der gefährlichsten Schädlinge in gelagerten Produkten, in Haushalten dagegen richtet er relativ selten Schäden an.

Ephestia kuehniella

Aussehen

Die Motten erreichen eine Flügelspannweite von 25 mm. Die Vorder- und Hinterflügel unterscheiden sich sichtbar. Das vordere Flügelpaar ist deutlich in einer blau-braun-grauen Farbe gebändert bzw. kupferrot gemustert; das hintere Paar zeigt sich gleichmäßig hellgrau.

Vorkommen, Lebensweise

Die Mehlmotte ist über die ganze Welt verbreitet, wobei ihr Ursprung unklar ist. In Europa erschien sie zumindest erst in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts und wurde innerhalb einer kurzen Zeit zu einem der hartnäckigsten Vorratsschädlinge, sie ist es bis heute geblieben.

Die erwachsenen Weibchen legen etwa 200 Eier ab, aus denen die weißlichen Larven schlüpfen, die einen raupenartigen Eindruck machen. Die ausgeschlüpfte Raupe beginnt dann, rings um ihren Körper ein seidiges Nährsubstrat zu spinnen, welches mit einem Nährsubstrat befestigt wird. Bei einer größeren Anzahl von Raupen entstehen dadurch umfangreiche “Spinnweben”, welche aus Fasernder Nahrungsansammlungen entstehen.

Die Raupen werden bis zu 20 mm lang und verpuppen sich im Inneren des Kokons. Dieser wird entweder direkt im befallenen Produkt oder abseits in einer Ritze gesponnen.

Das Entwicklungstempo hängt weitgehend von der Temperatur ab. In ungeheizten Objekten wechseln sich alljährlich zwei Generationen an, in warmer Umgebung werden es sogar vier bis zehn.

Schaden

Die Mehlmotte befällt vor allem Mehl und weitere Mühlenerzeugnisse. Am meisten wird dieser Schädling in Getreidemühlen gefürchtet. Dort schädigen die Raupen die Produkte und verunreinigen sie durch Exkremente und Exuvien.

Durch Larvenfraß werden große Mengen des Eisubstrates vernichtet. Auch der nicht befallene Teil wird durch Gespinstgänge verklebt.

Der Kot der Larven bildet zudem einen hervorragenden Nährboden für die verschiedensten Pilze und Bakterien.

Blatta orientalis

Aussehen

Die Orientalische Schabe zeichnet sich durch einen breiten schwarzbraunen Körper aus, welche in der Regel 19-25 mm lang werden. Das Weibchen hat verkümmerte Flügel. Die Flügel des Männchens sind zwar ausgebildet, jedoch kurz und bedecken den Hinterleib nicht ganz.

Vorkommen, Lebensweise

Diese Art stammt wahrscheinlich von der Krim, wo sie in freier Natur lebt, heute kommt sie überall auf der Welt vor. Verschiedenen Ansichten zufolge hat sie sich schon in prähistorischer Zeit über Europa ausgebreitet.

Die Oothek (Eikapsel) enthält fast immer 16 Eier. Das Weibchen trägt sie gewöhnlich nicht bis zur Eiablage, sondern legt sie an einer versteckten, warmen Stelle ab. Dort bleibt die Oothek etwa 2 Monate liegen, ehe die jungen Larven schlüpfen. Nach weiteren 6-8 Monaten erreichen diese das Erwachsenenstadium. Eine ältere Larve ähnelt einem erwachsenen Weibchen. Niedrige Temperaturen verlängern die Entwicklungsdauer ganz bedeutend. Im Laufe ihres Lebens produzieren die Weibchen bis zu 18 Ootheken.

Die Orientalische Schabe ist ein wärmeliebender Allesfresser, welcher tagsüber versteckt in Ritzen und Spalten, Leitungsrohren und Lüftungsschächten etc. lebt und in den Abend- und Nachtstunden auf Futtersuche geht.

Sie ist ziemlich schwerfällig, hat eine relativ geringe Fortpflanzungsfähigkeit und ist gegenüber Insektiziden recht empfindlich. Gegenüber früheren Zeiten, als die Orientalische Schabe noch ein regelmäßiger Bewohner von Stadthäusern und anderen Objekten war, ist diese Art heutzutage wesentlich geringer anzutreffen. Selbst unter günstigen Umständen tritt sie nur selten in großen Mengen auf.

Die Nahrung der Orientalische Schabe ist ähnlich wie die der Deutschen Schabe, es überwiegen bei ihr aber die stärkehaltigeren Bestandteile.

Schaden

Bedingt durch die Tatsache, dass Schaben Allesfresser sind, sind die von ihnen angerichteten Schäden immens.

Vorräte jeder Art, Papier, Textilien und andere Materialien werden von ihnen angefressen. Auch wenn sie die befallenen Räumlichkeiten wieder verlassen sollten, so ist durch ihren penetranten Geruch das befallene Produkt unbrauchbar geworden.

Monomorium pharaonis

Allgemein

Die Pharaoameise stammt aus Indien. Ihren Namen verdankt sie dem Umstand, dass ihre erste wissenschaftliche Beschreibung anhand von Exemplaren vorgenommen wurde, die in den Mumien der ägyptischen Pharaonen gefunden worden sind. Nach Europa gelangte sie erst im vorigen Jahrhundert. Ihr allgemein verbreitetes Vorkommen in den letzten Jahrzehnten hängt mit den modernen Wohnsiedlungen zusammen. Man findet diese Art vorwiegend in den zentralgeheizten Wohnungen.

Die Pharaoameise bevorzugt warme und feuchte Orte. Ihre Kolonien nehmen nur einen winzigen Platz ein, normalerweise sitzen sie in Wandritzen, hinter Fliesen, zwischen Wänden und Möbelstücken, unter dem Fußboden oder in Spalten im Holz.

Lebensweise

Eine Kolonie enthält stets eine größere Anzahl eierlegender Weibchen. Unter den europäischen Bedingungen schwärmen diese Ameisen bis auf seltene Ausnahmen nicht, sondern paaren sich im Nestinneren, wo die befruchteten Weibchen dann bleiben.

Neue Kolonien kommen zustande, wenn einige Königinnen mit Arbeiterinnen, Eiern und Larven das alte Nest verlassen und ein neues anlegen. Jede Königin legt im Laufe ihres Lebens nur etwa 300 Eier. Die Entwicklung der Arbeiterinnen von der Eiablage bis zum Schlüpfen dauert etwa 37 Tage, die Entwicklung der geflügelten Geschlechtstiere 4 Tage länger.

Die Männchen leben nur einige Wochen, die Weibchen bis zu 300 Tagen. Sie besorgen sich ihre Nahrung nicht selbst, sondern lassen sich von den etwa 60 Tage lebenden Arbeiterinnen füttern. Die Arbeiterinnen pflegen in erster Linie die Nachkommenschaft und beschaffen Nahrung.

Diese ist sehr abwechslungsreich, besteht aus Fleisch, Fetten, Käse, Marmelade, Honig Schokolade, Brot und Gebäck, aber auch aus toten und lebenden Insekten (einschließlich Schaben), allem möglichen Schmutz und auch verschiedenen anderen Stoffen (z.B. Ölfarben, Lack). Die Arbeiterinnen bringen auch Wasser in beträchtlichen Mengen ins Nest, sowohl zum Trinken als auch zur Hebung der Feuchtigkeit im Nestinneren.

Schaden

Die Pharaoameise ist ein sehr lästiger und unangenehmer Schädling, vor allem deshalb, weil sie auch in dichte Verpackungen eindringt. So kann man die befallenen Lebensmittel kaum durch vorbeugende Maßnahmen schützen.

Familie Ichneumonidae

Allgemein

Von den echten Schlupfwespen gibt es weltweit ca. 30.000 Arten, von denen allein in Mitteleuropa etwa 3.000 vorkommen. Sie sind die wahrscheinlich bekannteste Gruppe der Hautflüglergruppe Ichneumonidae. Die Fühler bestehen aus zahlreichen (mehr als 12) Gliedern und sind lang fadenförmig.

Die Weibchen besitzen einen Legebohrer, der bei manchen Arten frei sichtbar ist. Bei anderen Arten wiederum ist dieser Legebohrer in Ruhelage im Hinterleib verborgen. Größere Arten können diesen Legebohrer auch als Wehrstachel einsetzen.

Lebensweise

Die Larven entwickeln sich als Parasiten in oder an anderen Insekten (oder Spinnen) oder in Pflanzengallen. Aufgrund der enormen Artenvielfalt ist es äußerst schwierig, exakte Bestimmungen vorzunehmen. Die Größen der Arten schwanken von unter einem Millimeter bis zu 30 Millimeter.

Die größeren Arten Weibchen der größeren Arten vollbringen beim Auffinden des Wirtes verblüffende Leistungen. Unser Beispiel ist die 20-30 mm lange Ephialtes manifestator. Sie ist überwiegend schwarz gefärbt mit roten Beinen und kann vorwiegend von Sommer bis Herbst auf Toten holz, zumeist auf liegendem Eichenholz an Waldrändern beobachtet werden.

Das Insekt betastet mit ihren Fühlern die Holzoberfläche und ortet durch den darin gelagerten Geruchssinn tief im Holz lebende Bockkäferlarven.

Genau darüber legt sie ihre nach unten abgeknickten Fühler parallel auf das Holz und richtet den Hinterleib steil empor. Dann richtet sie den Legebohrer genau zwischen beide Fühlerspitzen. Nach dem Ansetzen des Bohrers am Holz beginnt der Bohrvorgang. Hierbei dreht sich die Wespe um den Bohrer und treibt ihn dadurch langsam in die Tiefe bis dieser auf die Käferlarve trifft.

Lepisma saccharina

Allgemein

Das Silberfischchen gehört zu einer altertümlichen Insektengruppe, die auch als ausgewachsene Tiere keine Flügel besitzen und sich nicht durch Metamorphose entwickeln.

Die Körperlänge der Tiere tendiert zwischen 8-13 mm, sie besitzen lange, gegliederte Geißelantennen, einen deutlich verbreiterten Brustabschnitt und weisen einen nach hinten sich verjüngenden Hinterleib, dessen 3 borstenartige Fortsätze das Körperende weit überragen, auf.

Lebensweise

Die Tiere schlüpfen aus dem Ei, welches dem Imago ähnelt, wachsen und häuten sich dann mehrmals. Fortpflanzungsfähige Exemplare häuten sich bis zu 80 mal und wachsen ständig. Abhängig von den Lebensbedingungen dauert die Entwicklungsphase des Silberfischchens 4 Monate bis zu 3 Jahren. Die Imago kann weitere drei Jahre oder noch länger leben und bleibt das ganze Leben fortpflanzungsfähig.

Die Eier (ca. 100) werden von dem Weibchen in Ritzen oder frei auf einer Unterlage abgelegt.

Silberfischchen sind Nachtlebewesen, welche die Wärme lieben und in der gemäßigten Klimazone feuchtwarme Stellen wie z.B. warme Keller, Badezimmer oder noch nicht ausgetrocknete Neubauten bevorzugen. Ihre Nahrung finden sie in Altpapier, Büchern, Zeitschriften und Tapeten.

Vorwiegend ernähren sich die Tiere von dem Dextrin des Klebstoffs; sie fressen jedoch auch an winzigen Schmutzteilchen, welche sich in unzugänglichen Ritzen oder Winkeln festgesetzt haben.

Auch Textilien wie Baumwolle, Leinen, Seide oder Kunstfasern werden von diesem Insekt angegriffen. Selbst tote Insekten oder auch die eigenen Exuvien (abgestreifte Haut) werden von ihnen nicht verschmäht. Sie sind jedoch in der Lage, über einen Zeitraum von mehreren Monaten zu hungern, ohne dabei Schaden zu nehmen.

Dermestes lardarius

Allgemein

Der Gemeine Speckkäfer, welcher 7-9 mm groß wird, ist nahezu auf der ganzen Welt verbreitet. Er gehört zur Gruppe der Dermestidae, wozu u.a. auch der Teppichkäfer, Museumskäfer und der Pelzkäfer gehören.

Lebensweise

Dieser Vorratsschädling erscheint oft auf Tierprodukten – Räucherwaren, Trockenfisch, Käse, Hundekuchen, Knochen- und Fischmehl – sowie auf Leder und Pelzen. Auch fetthaltige Pflanzenprodukte werden bevorzugt befallen.

In Haushalten ist er desto öfteren anzutreffen, hier wird seine Nahrung zumeist von toten Insekten und anderem angesammelten Schmutz gebildet. Sogar in Rattenködern kann diese Spezies sich entwickeln, sofern diese noch mit Grieben verwendet wurden. Auch in Bienenstöcken oder Vogelnestern findet man den Speckkäfer.

Fortpflanzung

Das Weibchen legt die Eier (ca. 100-170 Stück) auf Stoffe, die für die Nahrung der Larven geeignet sind. Unter günstigen Bedingungen kann die Imago sich bereits nach 60-90 Tagen aus dem Ei entwickeln. Trotz dieser relativ kurzen Entwicklungszeit bringt der Speckkäfer oft nur eine Generation pro Jahr hervor.

Die Larve, welche am Körperende zwei kräftige Dorne trägt, bohrt sich vor dem Verpuppen in ein Substrat ein. Am Ende des Gangs legt sie dann eine Wiege an, in welcher sie sich dann verpuppt.

Schaden

Durch die Fraßtätigkeit der Larven wird an Parkett, Türstöcken und anderen Einrichtungen oder Gegenständen aus Holz großer Schaden angerichtet.

Bei Holzbauten z.B. ist bei großem Speckkäferbefall die Stabilität der Konstruktion gefährdet. Sie beschädigen auch Kork, Presstabak, Tabakerzeugnisse, Bleimäntel von Kabeln etc.

Musca domestica

Allgemein

Die Stubenfliege hat durch ihre lästige Erscheinung schon seit frühester Zeit auf sich aufmerksam gemacht. Seit dem 19. Jahrhundert sieht man sie nicht nur als nervendes Insekt, sondern vor allem als Überträger vieler Krankheiten.

Diese Insekten erreichen eine Körperlänge von 7-9 mm.

Lebensweise

Die Stubenfliege ist ein typischer Vertreter der tropischen Insekten, der in unseren Breitengraden nur Dank des Menschen überleben kann. Ursprünglich hat sie sich in den Exkrementen tropischer Wiederkäuer entwickelt, ist aber nach Europa als Begleiter des Menschen und seiner Nutztiere vorgedrungen. Durch ihre Anpassungsfähigkeit kann sie sich auch in menschlicher Nahrung und Abfällen entwickeln. Die Wärme von menschlichen Behausungen und der Ställe ermöglichen ihr die erforderlichen Bedingungen.

Die Stubenfliege überwintert in jedem Stadium und kann sich bei einer Temperatur von 18°C in jeder Jahreszeit vermehren.

Die Weibchen, welche schon nach 4-8 Tagen mit dem Eierlegen beginnen (120 Stück in mehreren Häufchen), unterscheiden sich durch den robusteren Hinterleib und der breiteren Stirn von den Männchen. Der Vorgang des Eierlegens wiederholt sich nach einigen Tagen, so daß insgesamt bis zu 600 Eier vorhanden sind.

Die Entwicklung von der Eiablage bis zum ausgewachsenen Individuum dauert bei warmen Wetter etwa drei Wochen.

Heutzutage findet man die Stubenfliege häufig auf dem Land, wo sie ihre Nahrung in Mist und anderen Abfällen findet.

Auch in den Städten ist sie ein lästiger Vertreter und stellt aus hygienischer Sicht eines der gefährlichsten Lebewesen überhaupt dar. Durch ihren ausdauernden Flug zwischen Nahrungsmitteln, Fäkalien, Abfällen und wieder Nahrungsmitteln, sowie ihre Fähigkeit, große Entfernungen zu überwinden, wird sie zum gefährlichen Überträger vieler Infektions- und Parasitenkrankheiten.

Argas reflexus

Aussehen

Der Körper der Taubenzecke ist flach eiförmig, mit fein gefurchten Rändern, die nach oben umgebogen sind. Sie ist gelblich gefärbt und nach Einnahme der Blutmahlzeit wechselt die Farbe zu braunrot. Auf dem Rücken hat die Taubenzecke zahlreiche Gruben und Augen sind nicht vorhanden.

Die Körpergröße ist je nach Geschlecht unterschiedlich: Männchen werden 4-5 mm groß, Weibchen 7-10 mm.

Vorkommen

Taubenzecken sind in den wärmeren Ländern und in Mitteleuropa verbreitet. Neben dem klassischen Vorkommen in Geflügelhaltungen nimmt die Verbreitung unter verwilderten Haustauben in den Städten zu. Dort wo die Tauben ihre Nist- und Ruheplätze angelegt haben, ist ein Auftreten der Taubenzecke nicht unausschliessbar.

Sie ist überwiegend nachtaktiv und hält sich tagsüber als Ektoparasit in Ritzen, Spalten, Ecken, unter Spinnweben und an anderen Unterschlupfstellen in Taubenschlägen und Hühnerställen auf.

Sie geht aber auch auf Enten, Gänse, Spatzen u.a. Vogelarten über, wobei sie auch Säugetiere und Menschen in ihrem Befallsbereich nicht verschont.

Entwicklung

Das Weibchen legt zwischen 20-100 ovale, 0,6 mm große Eier an verdeckten Stellen ab. Dieses geschieht mehrmals jährlich und die Eier sind anfangs bräunlich und werden später weiß. Nach 2-8 Wochen schlüpfen die ca. 2-3 mm großen, rundlichen und kurz behaarten Larven. Ihre sechs langgliedrigen Beine enden mit Klauen und Haftlappen. Nach 8-14 Tagen saugen sie auch tagsüber Blut. Sie setzen sich an der federfreien Haut fest, wie beispielsweise am Hals, an Schenkelinnenflächen oder unter den Flügeln.

Wenn sie vollgesogen sind, fallen sie als kleine schwarzrote Kugeln auf, verlassen den Wirt und verkriechen sich. Nach 4-9 Tagen häuten sie sich zum erstenmal zur achtbeinigen Nymphe. Das erste Nymphenstadium ähnelt dem ausgewachsenen Tier, ist jedoch kleiner und ohne Geschlechtsöffnung.

Die Nymphen saugen nachts und nach einem Zeitintervall von ca. 3 Wochen entwickeln sich bis zu vier Nymphenstadien, danach die geschlechtsreife Zecke.

Sie nimmt in der warmen Jahreszeit bis zu 30 Minuten Blut monatlich auf. Larven und Nymphen säugen nur einmal Blut zwischen den Häutungen, die Adulten Zecken wiederholt. Zehn Zecken saugen bis zu 3 ml Blut.

Der Entwicklungszyklus ist von den äußeren Umständen abhängig: Bei Blutspendermangel dauert es bis zu 3 Jahre, kann aber schon nach 3 Monaten abgeschlossen sein, wenn ein Wirt vorhanden ist. Geschlechtstiere gelten als kälteresistent und sollen ohne Nahrungsaufnahme bis zu 6 Jahren überleben können.

Beeinträchtigung

Der Stich einer Taubenzecke kann zu juckenden, schmerzenden Bissreaktionen, sowie zu lokal begrenzten Entzündungen (Kratzekzeme), Hauteiterungen wie bei Verlausung, schwer heilenden, nässenden und ausgedehnten Hautgeschwüren führen.

Allgemeinreaktionen wie Atemnot, beschleunigter Puls, Erbrechen, Atemwegs- und Hautallergien, sowie psychische Reaktionen sind durchaus im Bereich des Möglichen nach einem Einstich.

Anthrenus scrophulariae

Aussehen

Teppichkäfer sind unscheinbare kleine Käferchen, deren Körperlängen zwischen 2-3,8 mm schwanken. Der buntfleckige Teppichkäfer hat elfgliedrige Fühler.

Lebensweise

Das befruchtete Weibchen dringt im Mai/Juni in Gebäude ein und legt dort ca. 30 Eier. Nach 15 Tagen schlüpft eine Larve, die sich bis zu zwölfmal häuten kann, bevor sie erwachsen ist. Die Larven verpuppen sich zum Großteil im Herbst. Innerhalb von 10-19 Tagen schlüpft die Imago, verbleibt aber bis zum Frühjahr in der Puppenhaut. Der kleinere Teil der Larven überwintert, setzt im Frühjahr den Mastfraß fort und ist erst danach reif.

Die Larven des Teppichkäfers sind gefährliche Schädlinge, welche an Teppichen, Textilien, Pelzwerk aber auch an Leder, Seide, Federn, Horn und insbesondere Insektensammlungen u.a. naturkundlichen Schaustücken immense Schäden anrichten können.

In freier Natur entwickeln sie sich in Vogelnestern, auf den Kadavern von Vögeln und Säugern sowie in den Nestern wilder Bienen.

Vorbeugung

Man sollte bei Teppichen darauf achten, dass diese auf glatte, fugenlose Fußböden und nicht bis an den äußersten Rand verlegt werden. Oft saugen und ausklopfen.

Naturkundesammlungen sollten in gut abgedichteten Kästen oder Containern untergebracht werden und präventiv mit Chemikalien behandelt werden. Konsequente Beseitigung von Schmutzteilchen, die sich hinter Möbeln, Kücheneinrichtungen und in Fußbodenritzen sammeln. Beseitigung von verlassenen Vogel-, Mäuse- und Wespennestern, sowie von ausgetrockneten Kadavern jeglicher Art.

Columbia livia domestica

Allgemeines

Verwilderte Haustauben bringen in der Regel katastrophale Folgen mit sich und stellen Stadtverwaltungen diesbezüglich vor enorme Probleme, denn neben Kotverschmutzungen sind sie gefährliche Krankheitsüberträger.

Trotz aller Gefahren wird die Taube bei vielen Menschen mit dem Friedenssymbol verbunden; oder seien es die Urlaubserinnerungen an Venedig – Markusplatz und Tauben. Die Diskussionen über die Taubenproblematik wird in der Regel auf zwei Ebenen – der sachlichen und der gefühlsbetonten – geführt. In diesem Kontext wollen wir Ihnen mit Fakten aufzeigen, dass verwilderte Haustauben sehr ernstzunehmende Krankheitsüberträger sind.

Herkunft – Lebensweise – Biologie

In Deutschland gibt es mehrere wildlebende Taubenarten, wobei die verwilderte Haustaube in den Städten eine besondere Stellung einnimmt. Sie stammt ohne Zweifel von der Felsentaube (Columbia livia) ab, allerdings ist es kaum möglich, einen direkten Bezug herzustellen.

Verschiedene Züchtungen über mehrere Jahrtausende und wild erbrütete Nachkommen lassen einen Zugriff auf die Felsentaube kaum mehr zu. Die Zerstörung vieler Taubenschläge im 2. Weltkrieg, die günstigen Nistmöglichkeiten in Ruinen, sowie die intensive Fütterung durch den Menschen hat dazu beigetragen, dass der Siegeszug unvermindert anhält.

Das Farbspektrum der Gefieder ist sehr reichhaltig gefächert, von schwarz, weiß, blau bis braun. Ebenso variabel ist die Größe der Tiere, welche zumeist bei ca. 35 cm liegt; sie wiegen zwischen 350 und 500 Gramm.

Die verwilderten Haustauben haben ihre Fressgewohnheiten dem Lebensraum Stadt angepasst, wobei das Spektrum über Brot, Brötchen, Bockwurst, Abfälle von Fast- Food bis hin zu Ketchup, Mayonnaise und Senf reicht.

Anpassung wird von allen Lebewesen der Erde gefordert, es gibt aber Verhaltensweisen, die sich nur sehr schwer und langfristig ändern lassen. Die verwilderte Haustaube ist von Natur aus Höhlenbrüter und nistet nach ihren von der Felsentaube abstammenden Bedürfnissen. Aufgrund ihrer Empfindlichkeit gegen Kälte und Zugluft legen sie ihre Nistplätze zumeist auf geschützten Süd- und Ostseiten von Gebäuden an. Straßenbrücken, versteckte Winkel von Kirchtürmen oder defekte Dächer mit Zugang zum Dachboden sind vorrangig genutzte Plätze. Weniger gegen Witterungsverhältnisse geschützte Plätze bilden hier eher die Ausnahme.

Weniger konformes Verhalten zu Ihrer Abstammungsrasse zeigt die verwilderte Haustaube bei der Anzahl der Bruten pro Jahr. Im Gegensatz zur Felsentaube, welche 2-3 Bruten jährlich zieht, bringt es die verwilderte Haustaube unter guten Bedingungen nicht selten auf 10 Bruten. Knapp 4 Wochen nach dem Schlüpfen verlassen die Jungtauben das Nest und sind nach ca. 6 Monaten geschlechtsreif. Nur Winterbruten schränken die Vermehrungsrate ein, da diese aufgrund der niedrigen Temperaturen nicht überleben können. Des weiteren sorgt eine mangelnde Trinkwasserversorgung in heißen Tagen für eine Dezimierung des Bestandes, aber trotz dieser Einschränkung gibt es bei der verwilderten Haustaube noch immer ein beträchtliches Vermehrungspotential.

Tauben treten biologisch formuliert in Schwärmen auf. Diese beschränkt sich aber nicht nur auf das gemeinsame Auftreten, sondern gibt es hier auch feste Futter- und Nistplätze. Abnormes Verhalten oder plötzliches Auffliegen eines Tieres führt innerhalb von Sekunden zur Flucht des gesamten Schwarmes. Im Gegensatz dazu können die verwilderten Haustauben sehr zutraulich werden und fressen bei Gewöhnung an den Menschen sogar aus der Hand.

Schaden

Ein enormes Wissensdefizit herrscht in der Bevölkerung auch in Hinsicht auf die Schadbilder, auf die wir im Folgenden eingehen. Eine Taube produziert pro Jahr etwa 5-6 Pfund Kot, was sich bei der Summierung der Kotmenge eines Schwarmes zu beträchtlichen Mengen steigert.

Öffentliche Gebäude, Wohn- und Geschäftshäuser und Denkmäler werden so stark verschmutzt, dass diese durch den salpetersäurehaltigen Kot in großem Umfang geschädigt werden.

Aber nicht nur Kot schädigt das Gemäuer, sondern auch der zur Verdauung der Tauben benötigte tägliche Bedarf an Grit (Sandstein). Des weiteren schleppen die Tiere Körner aller Art mit sich oder scheiden diese unverdaut wieder aus, so dass sich auf Dächern, Dachrinnen oder an Mauersimsen eine üppige Vegetation bilden kann.

Bei den zahlreichen Beschwerden, die bei öffentlichen Ämtern eingehen wird nicht nur über die Verschmutzung geklagt, sondern auch über die Geruchsbelästigung durch den übel stinkenden Taubenkot. Der Gestank wird teilweise so stark geschildert, dass in angrenzenden Wohnungen die Fenster nicht geöffnet werden können.

Krankheitsüberträger & Hygienegefahr

Viel schwerwiegender, als die oben beschriebenen Folgen des Taubenkots ist die Tatsache, dass verwilderte Haustauben nicht nur eine Gefahr für die Hygiene sind, sondern ebenso Krankheiten übertragen. Insbesondere Salmonellen sind teilweise in hohen Prozentsätzen in den Beständen der Tiere. Darüber hinaus ist auch die auf den Menschen übertragbare Tuberkulose in vielen Schwärmen verbreitet. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass verwilderte Haustauben Rassetauben infizieren und sich die Krankheit so einen Weg zum Menschen bahnt.

Neben der Gefahr der Übertragung können Tauben durchaus Verursacher für Gliederfüßlerplagen sein. In Taubennestern und in den Schlafplätzen der Tiere entwickelt sich eine Vielfalt von Gliederfüßlern, die von hier aus ihren Weg zum Wohn- und Arbeitsbereich des Menschen nehmen. Besonders hervorzuheben sind die Taubenmilbe und die Taubenzecke. Taubenzecken sind äußerst robust und können eine längere Hungerperiode schadlos überstehen.

Ferner sind sie unempfindlich gegenüber physikalischen und chemischen Einflüssen, was ihre Bekämpfung wesentlich erschwert. Neben Milben und Zecken sind vielfach schon Bettwanzen in Wohnungen aufgetreten, die an Taubenniststätten angrenzen.

Auch hier wurde der Bezug zu den Taubennestern durch Untersuchungen hergestellt. Doch damit nicht genug: im Umfeld der verwilderten Haustaube tummeln sich Larven der Pelzmotte, Larven der Kleidermotte, Brot- und Mehlkäfer, der gemeine Diebskäfer, der Speckkäfer, Larven von Zweiflüglern (Difteren) und Bücher- bzw. Staubläusen. Ebenso, aber in kleinerem Umfang, wurden bei den in der Stadt lebenden verwilderten Haustauben Silberfischchen Moderkäfer, räuberische Milben und die Larven von Fensterfliegen gefunden.

Rattus norvegicus

Aussehen

Ebenso wie die Hausmaus hat die Wanderratte eine kaninchenfarbene Behaarung. Der Schwanz ist beschuppt, etwas kürzer als der Körper und weniger behaart. Körperlänge ca. 340-460 mm.

Lebensweise

Ursprünglich stammt die Wanderratte aus Ostasien, ist aber heute über die ganze Welt verbreitet. Als stärkeres und aggressiveres Freilandtier als die Hausratte, drang sie im Mittelalter in unsere Breiten ein und besetzte bald die bodenständigen Reviere. In den Tropen beschränkt sich die Verbreitung der Wanderratte auf Häfen, Bewässerungsgebiete und große Flusstäler.

Wanderratten leben in Rudeln von mehreren hundert Tieren, die sich gegenseitig am Geruch erkennen. Sie haben eine ausgeprägte soziale Organisation. Die Wanderratten leben zum Teil in Gebäuden, aber auch im Freien, wobei Ihre Reviergrenzen durch Urin markiert werden.

Im Stadtgebiet erscheinen sie in Wohnhäusern, Geschäften, Lagerhallen, Schlachthöfen und anderen Lebensmittelbetrieben, wobei sie verstärkt die Nähe zur Nahrung und zum Wasser suchen. Aufgrund ihrer ausgeprägten Anpassungsfähigkeit haben Ratten sich sogar Lebensräume wie Kanalisationen erschlossen.

Sie können dann über gebrochene Siele und ungesicherte Abflüsse in Gebäude eindringen. Wanderratten können nicht nur längere Zeit schwimmen und tauchen, sondern auch klettern und so ausgezeichnet über Dächer und Betriebe gelangen. Die Tiere sind im Gegensatz zur Hausmaus Allesfresser und ernähren sich überwiegend von menschlichen Abfällen. Bevorzugt werden u.a. Getreide, Fleisch und Fisch, Nüsse, gekochte Eier und Obst. Dabei brauchen die Tiere eine beträchtliche Wassermenge. Bei Nahrungsmangel werden auch Tiere innerhalb des Rudels angefallen, die in der durch Kämpfe festgelegten Rangordnung tiefer stehen.

Verbreitung

Ähnlich wie andere Nager kann sich die Wanderratte unter günstigen Bedingungen das ganze Jahr über vermehren.

Jungtiere sind bereits nach 75 Tagen geschlechtsreif. Die Trächtigkeit des Weibchens beträgt ca. 22 – 24 Tage und jeder Wurf umfasst durchschnittlich 9 Junge.

Schaden

Die von Wanderratten angerichteten Schäden sind gewaltig. Sie verzehren nicht nur Nahrungsmittel in beträchtlichem Umfang, sondern beschädigen auch alle möglichen Gegenstände und Einrichtungen.

Nicht zu verachten ist der Gefahr der Krankheitsübertragung durch Wanderratten.

Besteht für die Wanderratte keine Fluchtmöglichkeit, so kann es durchaus vorkommen, dass Menschen angegriffen werden; ansonsten sind die Tiere äußerst wachsam und meiden den Menschen, da sie nachtaktiv sind.

Anthrenus verbasci

Aussehen

Der Käfer wird etwa 1,7-3,2 mm lang. Er hat 11gliedrige Fühler mit 3 gliedriger Endkeule. Die Flügelnaht ist nicht rot beschuppt wie beim Speckkäfer, jedoch die Hinterecken und der Hinterrand des Halsschildes sind weiß beschuppt.

Lebensweise

Ab Mitte Mai fliegen sie zum Blütenbesuch ins Freiland und leben auf Blüten, wovon sie sich ernähren.

Die Weibchen kehren zur Eiablage in die Gebäude zurück und legen die Eier in Ritzen, Falten oder anderen geschützten Stellen am Nahrungssubstrat ab. Die Fortpflanzung in temperierten Räumen ist auch ohne Aufenthalt im Freien möglich.

Da die Käfer zum Licht fliegen, finden sich zu der Zeit häufig mehrere Käfer an geschlossenen Fenstern. In temperierten Räumen schlüpfen die Käfer von Januar bis September.

Der Wollkrautblütenkäfer hat einen einjährigen Entwicklungszyklus. Die 4,5 mm langen gelbbraunen Larven sind hellbraun behaart. Die hellbraunen Pfeilhaarbüschel überragen das Hinterende der lichtscheuen Larve.

Schaden

Als Keratinfresser treten sie in Wohnungen und Lagern auf. Bevorzugte Stellen sind Teppiche sowie andere Bodenbeläge, Bettkästen, Pelze, Textilien im Kleiderschrank, Wollvorräte u.a. Ebenso richten sie in Insektensammlungen und Vogel- oder Säugetierbälgen großen Schaden an.

Die Speisekammer ist selten die Befallsquelle. Im Sommer können die Käfer von draußen hereinfliegen. Die Larven hingegen können sich mit Hilfe von toten Insekten, Wollfusseln oder in Vogelnestern entwickeln. Überdies legen sie ein ausgeprägtes Wanderverhalten an den Tag. Ein vereinzeltes Auftreten von Wollkrautblütenkäfern ist in Häusern jederzeit möglich, ohne dass hier ein eigentlicher Schädlingsbefall vorliegt.